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Aufstellung

Psychodramatische Aufstellungsarbeit bedient sich des Instrumentarium der Soziometrie, um Emotionen, Beziehungs- und Wertegeflechte, Stellungen in Gruppen etc. sichtbar (und vor allem begreifbar) machen zu können.

Sie ist die einzige Form der Aufstellung, die auf eine fundierte Theorie (das humanistische Weltbild des Psychodramas mit seiner differenzierten Rollentheorie) und eine Fülle von Methoden, die von einem langjährig speziell hierfür geschulten Psychodramaleiter eingebracht werden, zurückgreifen kann. Besonders soll an dieser Stelle hervorgehoben werden, dass es in diesem System auch keine unterschwelligen Wertvorstellungen oder Grundannahmen gibt, denen eine besondere Wirkmacht bei deren Verletzung zugeschrieben wird. Dies kommt in anderen Systemen gelegentlich vor und erhebt dort den Aufstellungsleiter in eine Position, der dann eine besondere Einsichtsfähigkeit zugeschrieben wird.

Psychodrama versteht sich als humanistische Therapieform unter Einbindung sämtlicher menschlicher Ressourcen, geistiger wie körperlicher. Nicht nur Reflexion, welche selbstverständlich praktiziert wird, sondern ebenso das tatsächliche Erleben und Einüben als erschwert erlebter Situationen im gesicherten Raum der Psychodramabühne sind Teil des Prozesses. Neuere Befunde aus der Hirnforschung unterstreichen die Richtigkeit dieses Ansatzes, da nur auf diese Weise bin hinein in die Physiologie des Gehirns nachweisbare Änderungen des Verhaltens und Erlebens erzielt werden.

Im Psychodrama wird die Aufstellung von Beginn an unter Einbeziehung aller Gruppenmitglieder durchgeführt, die Gefühle und Äußerungen des Protagonisten sind hierbei erstrangig gegen die Interpretationen des Leiters, der eher als methodischer Dienstleister zu sehen ist. Auch die anderen Gruppenmitglieder sind nicht passives Werkzeug, sondern können und sollen (sind dazu aufgefordert) ihre Erfahrungen aktiv einzubringen. Die Aufstellung selbst gliedert sich die Erarbeitung eines Auftrages durch den Protagonisten, nach welcher Rollen an die Gruppenmitgleiter (Hilfs-Ichs und Doubles) vergeben werden. Das Double dient dazu, dass der Protagonist die Aufstellung quasi von Außen (in der Perspektive der dritten Person) besichtigen und seine Stellung darin trotzdem visualisieren kann. Dies geschieht unter ständigen Rückfragen an alle Beteiligten. Dieses erste Zustandsbild der Aufstellung wird dann, wieder im Gruppenprozess, zu einem Lösungsbild geformt, wobei beide Bilder nach soziometrischen (und nicht einfach willkürlichen) Methoden durch die Leitung analysiert werden. Wichtig ist, dass in einer Endbesprechung die Klienten nicht mit dem (oft starke Emotionen aufwühlenden) Ergebnissen alleine gelassen werden, sondern jedem die Gelegenheit zu Aussprache und Feedback eingeräumt wird.